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Z.D.M. – DIE KOLUMNISTEN > Alle Kolumnen > Heute fliegen wir zum Mond

Annette Schavan

Heute fliegen wir zum Mond

Annette Schavan ist seit 2005 Bundesministerin für Bildung und Forschung und weiß nicht, warum. Die einzig denkbare Erklärung liegt für die überzeugte Katholikin in der Religion: Sie glaubt, dass Gott persönlich ihr die Bürde des Amtes auferlegt hat, um ihren Glauben zu prüfen. Ihre Kosenamen sind „Bildungsministerin“ und „Forschungsministerin“.


Hinweis: Alle Kolumnisten sind fiktive Charaktere und ihre Meinungen frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen und realen Handlungen ist nicht beabsichtigt und rein zufällig!


Sexualität und Wahrheit

by on


Junge, gebildete Menschen. Das heißt, junge Menschen, mit Bildung, können heute frei heraus bekennen: „Ja, ich dekonstruiere mein Geschlecht!“ Dabei berufen sie sich auf die Sozial-wissenschaften. Nun haben wir als Christlich-Demokratische Union zwar immer schon gesagt: Wissenschaft gibt es. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie auch stimmt!

Denn der Herrgott hat die Menschen als Mann und Frau geschaffen und nur die natürliche Sexualität zwischen beiden ist offen für Leben. In dieser frigiden Zweigeschlechtlichkeit, wie sie uns die Bibel lehrt, liegt die Keimzelle von Familie, Gesellschaft und Tütensuppe. Das ist die Logik der Schöpfung und auch wir in der Christlich-Demokratischen Union wissen: Ja!

Die Wissenschaft weiß aber das genaue Gegenteil, wie Bücher belegen. Wie kann das sein? Forscher antworten mir: „Die Dekonstruktion von Geschlechterrollen erfolgt immer aus einer machtkritischen Perspektive. Sie soll offenlegen, wie normative Strukturen einer Gesellschaft (re)produziert werden.“ Habe ich das überhaupt gefragt? Forscher antworten mir: „Ja!“

Und weiter heißt es: „Die starre, traditionelle Auffassung der Geschlechterrollen ist heute unzulässig, da gleichzeitig noch eine Vielzahl anderer Rollenmodelle existiert. Durch die Beschränkung des gesellschaftlichen Diskurses auf die vermeintlich natürliche Norm werden andere Lebensentwürfe systematisch ausgegrenzt und diskriminiert.“

Herrschaftszeiten! Die Schöpfungsordnung – diskriminierend! Kann die Wissenschaft nicht einmal die Kirche im Dorf lassen? Gerade wir in der Christlich-Demokratischen Union schließen grundsätzlich niemanden aus der Gesellschaft aus, der es nicht wirklich verdient hat! Deshalb kann es bei uns so etwas wie Diskriminierung gar nicht geben!

Was aber lernen wir daraus? Die Antwort lautet: Auch Bildung braucht Grenzen. Sie bedeutet nicht immer mehr und immer neues Wissen, sondern auch Herzensbildung – mit der Religion. Nur so bleibt uns die Wissenschaft erspart. Ich sage deshalb: Wir dürfen nicht alles glauben, was wir wissen!

Ihre Anette Schavan



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